Trauma 

Wie zeigt sich ein Trauma ?

  • Konkrete oder diffuse Schmerzen ohne ersichtlichen Grund, Entzündung, schmerzende und ausstrahlende Narben, entzündliches Gewebe 
  • Schock, Apathie, Schwindel, Orientierungslosigkeit, Realitätsverlust
  • Verkrampfung, Anspannung, Erstarrung, Versteifung, Druck
  • Hypersensibilität, Wachsamkeit, Stress-Störung, hyperaktiv, ruhelos, getrieben
  • Albträume, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Nähe oder Distanz 
  • Dissoziation, Verdrängung, Abspalten von konkreten Gefühlen und Gedanken, mangelndes Körperempfinden ganz oder teilweise, Körper ist fremd, als Person ist man sich fremd, versteht sich nicht; 
  • Anpassungsstörung, Soziales Verhalten in Extremen, Verausgabung, Helfersyndrom
  • Zwiespältig, ambivalent, unentschlossen, übervorsichtig, zweifelnd
  • Abwertung, Selbstverleugnung, Verleugnung, Verweigerung, Schuld, Scham, Selbstbeschmutzung, Selbstvorwürfe, Versagen, Selbstbestrafung, Martyrium, Selbstverstümmelung, Autoaggression, Isolation, Selbsthass
  • Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Sinnlosigkeit, Depression, Suizidgedanken
  • Chronische Schmerzen, psychosomatische Beschwerden, Folgeerkrankungen

Wie wird ein Trauma therapiert ? 

Traumata im Verhalten werden in der Körpertherapie über das vegetative Nervensystem (Sympathikus-Parasympathikus) behandelt. Als Lernprozess können mittels der Methode Somatic Experiencing verbleibende existenzielle Überlebensreaktionen abgebaut werden. Konkret nähern wir uns behutsam der Verletzung, lassen nervliche Überreaktionen im geschützten Rahmen teilweise entladen und pendeln zurück zur inneren Sicherheit. Durch die achtsame Pendelbewegung zwischen sicherem Boden (Ressource) und Verletzung können sich belastende Störungen körperlich beruhigen. 
In der Craniosacral Therapie können Traumata im Verhalten wie im körperlichen Gewebe mittels dem Pendeln zwischen craniosacralen Rhythmen und Stillpunkten gelindert und gelöst werden. Narbengewebe entstören wir mittels dem Unwinding, dem Entwinden verhärteter Gewebestrukturen und der lösenden Narbenmassage.

Für den bewussten Umgang mit Verletzungen und deren Folgen begleite ich Betroffene in ihrem Prozess. Gemeinsam erkunden wir Schritt für Schritt die Möglichkeiten, alte Strategien und Glaubenssätze zu würdigen und neue Visionen eines Selbstbildes heranzulassen und besser kennen zu lernen. Wir setzen Orientierungspunkte oder "Leuchttürme", um sein Denken und Fühlen immer wieder auf das neue Selbstbild auszurichten und so mit der Zeit aus Einzelerlebnissen eine Gewohnheit werden zu lassen.


 

Was ist ein Trauma ?

Bei einem Trauma kann eine psychische oder körperliche Verletzung nicht abschliessend geheilt werden. Ein Überlebensmodus ist noch ganz oder teilweise aktiviert und stört das normale Leben.
Im sozialen Verhalten kann ein spezifischer Auslöser (Trigger) eine Überlebensreaktion wie Wut, Angst, Erstarren wachrufen, die aber zur alltäglichen Situation unangemessen heftig erscheint. Diese starke Reaktion bezieht sich auf das damalige traumatische Erlebnis und nicht auf die jetzige Situation. Dies wird als Posttraumatische Belastungsstörung PTBS bezeichnet.  
Im körperlichen Gewebe zeigen sich traumatische Eingriffe bzw. Verletzungen als Vernarbungen, Verhärtungen von Muskeln, Faszien und Gefässwänden. Dies kann eine Reihe von Folgestörungen hervorrufen, wie zB schmerzhafte oder taube Körperregionen, Blutbahnen und Stoffwechsel erhbelich reduziert, verkrampfte oder schmerzhafte Körperregionen fern der Verletzung.  
Traumata können entstehen bei:
  • Geburt, Schwangerschaft, Geburtsgebrechen
  • Unfall, schwere Krankheit, Schicksalsschlag, Schock
  • Operation und deren Narben, medizinisch-invasiver Eingriff (Zahnarzt, Gynäkologe), Anästhesie, Medikamente, Vergiftung, Fremdkörper (Zahnfüllung, Prothesen, Herzschrittmacher)
  • Grenzüberschreitung, Einschüchterung, Bedrängnis, Überforderung Bedrohung existenziell und emotional, Manipulation als Situation oder Erinnerung daran, ausgelöst durch Düfte, Farben, Bewegung (und weitere Sinnesreize).
  • Missbrauch sexuell und emotional, Ausbeutung, Unterdrückung, Bestrafung, passive Aggression als Ignoranz, Verweigerung, Verlust von Bindung und Freiheit.
  • Tätlichkeit, Gewalterfahrung, Attentat, Entführung, Geiselnahme, Folter physisch und psychisch, Gefängnis, Repression, Krieg, Migration, Flucht , Naturkatastrophen

Medien & Links zu Traumata

Literatur:
  • Trauma-Heilung. Das Erwachen des Tigers - Unsere Fähigkeit traumatische Erfahrungen zu transformieren. Peter A. Levine. Synthesis Verlag, 1998
  • Entwicklungstrauma heilen - Alte Überlebensstrategien lösen, Selbstregulierung und Beziehungsfähigkeit stärken. Laurence Heller, Aline LaPierre. Kösel Verlag, 2013